Höga Kusten mit dem Wohnmobil

Höga Kusten mit dem Wohnmobil

Bergige Küsten in Schweden? Ja, die gibt es. Und zwar etwas oberhalb von Sundvall an der Höga Kusten, Schweden’s High Coast in Norrland! Wir haben die Region erstmals im Sommer 2021 mit unserem Camper besucht und waren sehr begeistert von der interessanten Küstenregion. Denn sie ist so ganz anders als der Rest der flachen schwedischen Küste.

Was ist das Besondere an der High Coast?

Während der letzten Eiszeit war ganz Skandinavien – wie auch Alaska, Teile von Kanada, Schottland und Ostsibirien – von einer bis zu 3 Kilometer dicken Eisschicht bedeckt, die das Land nach unten gedrückt hat. Als das Eis am Ende der Eiszeit geschmolzen ist, vor über 11.000 Jahren, wurde damit die Last vom Land genommen und das Land hat sich nach und nach angehoben. Es tauchen neue Inseln aus dem Meer heraus auf, Inseln werden zu Halbinseln, Fjorde werden vom Meer abgeschnitten und es entstehen Seen. Dieses Aufsteigen der Landmassen nach der Eiszeit nennt man übrigens postglaziale Landerhebung.

Und das ist an keiner anderen Stelle der Erde so stark passiert wie hier an der Höga Kusten in Schweden. Um knapp 300 Meter hat sich das Land hier angehoben. Dadurch entstanden für die Region untypisch hohe Berge. Auch heute noch hebt sich das Land um ca. 8 mm pro Jahr.

Die Höga Kusten bildet zusammen mit einem bestimmten Teil des finnischen Schärengartens ein länderübergreifendes UNESCO Weltnaturerbe.

Ausflusgziele in der Höga Kusten Region

Es gibt zahlreiche kleine Fischerdörfchen, Fjorde, Seen und natürlich Berge und Naturreservate, die du in dem schönen Küstengebiet entdecken kannst. In dem folgenden Abschnitt teilen wir unsere Tipps mit dir und einen Nicht-Tipp mit dir für deinen Urlaub an der High Coast.

Högakustenbron

Die Högakustenbron ist eine imposante Hängebrücke über den Fluss Ångermanälven. Die Region hieß auch früher wie der Fluss, Ångermanland. An was denkt man, wenn man die Brücke sieht? Genau, die Golden Gate Bridge in San Francisco. Das liegt an der ähnlichen Konstruktion dieser Bauwerke mit den zwei hohen Säulen und dem großen Abstand zwischen diesen Säulen. Diese Distanz ist hier an der Högakustenbron nur 70 Meter kürzer als bei der Schwesterbrücke in den USA.

Die Hängebrücke ist das Eingangstor in das Weltnaturerbe. Direkt hinter ihr auf der rechten Seite befindet sich, in einem Hotel, die Touristeninformation. Hier bekommst du Kartenmaterial und individuelle Ausflugstipps von den netten Mitarbeitern vor Ort.
Außerdem gibt es einen kostenlosen Wohnmobilparkplatz, auf dem man übernachten darf, inkl. Zugang zu öffentlichen Toiletten (sehr sauber!) und Picknick-Plätze mit 1A-Blick auf die Brücke.

Der Parkplatz liegt am Hornöberget, den du auf verschiedenen Routen besteigen und mit zahlreichen Infotafeln auch noch Informatives über die Höga Kusten erfahren kannst. Eine Wanderkarte findest du draußen an der Wand des Hotels.

Touristväg

Die E4 führt entlang des Küstengebiets weiter Richtung Norden. Das wäre auch unsere Route gewesen, wenn uns die nette Dame in der Information nicht von dem „Turistväg“ erzählt hätte, der rechts von der E4 abführt. Die touristisch interessanten Straßen sind mit einer weißen Blume auf einem braunen Schild gekennzeichnet. Auch wenn auf der Karte nur ein Weg eingezeichnet ist, existieren viele verschiedene Routen durch die Dörfer und Berge der High Coast. Auf dem Weg gibt es zahlreiche Naturreservate und Berge, die du auf Wanderungen meist innerhalb weniger Stunden erkunden kann.

Berg „Valkullen“

Wir können den Berg „Valkullen“ bei Lövvik empfehlen, den man hoch und runter in 2-3 Stunden erwandern kann. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf die Högakustenbron. Am besten gehst du gegen den Uhrzeigersinn, weil der Abstieg auf dem Rückweg so am einfachsten ist. Der Aufstieg verläuft ungefestigt durch den Wald und über Stufen, also nichts für den Kinderwagen.

Naturreservat Rotsidan

Folgst du dem auf der Karte eingezeichneten Turistväg, kommst du am Naturreservat „Rotsidan“ vorbei. Dieser Küstenabschnitt ist ein 4 Kilometer langer, felsiger Strand. Die Felsen sind von den Wellen schön rund abgeschliffen – ideal, um einen sonnigen Badetag dort zu verbringen! Es gibt auch einige Picknick- und Grillplätze.
Vom Parkplatz gehst du ca. 15 Minuten durch einen schönen Kiefern- und Fichtenwald.

Wir waren an einem nebeligen Morgen dort, und haben deshalb leider nicht viel gesehen. Vielleicht hast du bei deinem Besuch ja mehr Glück mit dem Wetter!

Bönhamn

Der Besuch dieses kleinen Fischerdörfchen war für uns eigentlich nur Mittel zum Zweck. Denn vor dem Ortseingang gibt es einen großen Parkplatz, auf dem man für 100 SEK – in den Briefkasten an der Einfahrt zu entrichten – mit dem Wohnmobil und Wohnwagen übernachten darf. Der Boden ist teilweise relativ weich, also Achtung bei Regen.

Am Abend haben wir einen Spaziergang in das Dorf gemacht und waren fasziniert von dem Ort. Die schnuckeligen Fischerhäuschen, kleinen Boote und Mini-Inseln und die Aussicht auf das Meer sind fantastisch, besonders in der ruhigen Abenddämmerung. Wir haben keine Menschenseele angetroffen und konnten die herrliche Atmosphäre genießen. Für tagsüber gibt es dort auch ein kleines Café.

Naturreservat Skuleberget

Links von der E4 liegt auf Höhe des Nationalparks Skuleskogen der Skuleberget. Am Fuße des Berges befindet sich der Campingplatz Frilustbyn, den wir für eine Nacht angesteuert haben. Als wir dort ankamen dachten wir zuerst „Hm, dieses Highlight haben wir uns irgendwie größer vorgestellt“. Auf der Wanderung hoch auf den Gipfel sollten wir eines Besseren gelehrt werden.

Es gibt verschiedene Wege, um auf den Skuleberget hoch zu kommen:

  • Eine relativ einfache, 2,5 Kilometer lange Wanderung, die im Süden am Campingplatz startet – die haben wir gewählt – und eine weitere relativ einfache Wanderung von 2,7 Kilometern Länge auf der Ostseite des Berges. Beide sind weniger steil als die anderen Routen, aber trotzdem felsig und anstrengend. Es lohnt sich, sich immer mal wieder umzudrehen und die Aussicht auf die Küste zu genießen.
    Für den Abstieg haben wir die Abzweigung entlang des Sessellifts gewählt, weil sie kürzer und weniger felsig ist. Den Abstieg über den östlichen Hang haben wir leider nicht gefunden – wahrscheinlich waren wir blind.
  • Wer es abenteuerlicher mag, wählt den Grottstigen für den Aufstieg, der sehr steil sein soll. Für den nur 600 Meter kurzen Weg soll man ca. 1,5 Stunden brauchen! Man wird aber mit einer Aussicht durch die sogenannte Königs- oder Räuberhöhle belohnt. Für den Abstieg – insbesondere bei Regen – wird der Weg allerdings nichts empfohlen, weil er sehr steil ist.
  • Es gibt sogar vier Kletterouten bis ganz nach oben auf den Berg. Hierfür soll vorher der Anbieter „Via Ferrata“ kontaktiert werden.
  • Und normalerweise kann man mit einem Sessellift hochfahren, der bei unserem Besuch allerdings geschlossen hatte (soll 2022 wieder eröffnet werden).

Der Blick von oben ist fantastisch! Wir hatten tolles Wetter am Nachmittag und konnten die klare Aussicht in alle Richtungen genießen.

Der Campingplatz Friluftbyn ist wirklich schön gemacht mit zwei Service-Häusern und einem „Camper-Treff“ in der Mitte, der schöne Chill-Ecken und Grillstellen bietet. Auch Küchen sind vorhanden. Bei Regen muss man aufpassen, weil die Wohnmobil-Stellplätze auf einer Wiese sind, die gut feucht und weich wird. Preis: 250 SEK für ein Wohnmobil ohne Strom, 290 SEK mit Strom. Zum Duschen und für die Waschmaschine brauchst du SEK-Münzen. Dusche: 10 SEK/ 5 Minuten, Waschmaschine: 20 SEK/ Waschgang.

Skuleskogen Nationalpark

Hier haben wir bisher unsere spannendste Wanderung in Schweden gemacht! Der Nationalpark hat einen Süd-, einen West- und einen Nord-Eingang. Das Highlight des Parks, die Felsschlucht Slattdalsskrevan, erreichst du am besten vom Nord- oder Südeingang.
Wir können dir die Runde vom Südeingang beginnend empfehlen, die zuerst dem Höga Kusten Trial folgt, und dann nach dem Bestaunen und Fotografieren der Felsschlucht wieder zurück und links über den blauen Trial weiter geht. Da kletterst du noch ganz nach oben und kannst eine fantastische Aussicht auf die Küste genießen!
Wir hatten leider nicht gecheckt, dass man für die Felsspalte noch etwas weiter geradeaus und dann wieder zurückgehen muss, und haben sie deshalb leider verpasst. Poste doch ein Bild von der Stelle bei Instagram und markieren uns mit @travelama.de!

Die Wanderung insgesamt ist total spannend, weil einige Teile des Weges überflutet sind und du dir im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein hüpfend den Weg nach oben bahnst. Teilweise sind auch die Stege unter Wasser. Aber hier existieren schon Pfade um diese Stellen drum herum. Und oben auf dem Gipfel ist das Plateau wunderschön mit einzelnen Nadelbäumen, Moos und natürlich Felsen.

Auf dem Wohnmobilparkplatz des Nationalparks darf man wohl auch übernachten. Handyempfang hatten wir hier allerdings nicht.

Nicht-Tipp: Freilichtmuseum Mannaminne

Das Freilichtmuseum wird in der Karte von der Höga Kusten empfohlen, und auch die Dame in der Touristen Information hat uns ermutig, dort vorbeizuschauen. Allerdings können wir einen Besuch dort zum aktuellen Preis von 150 SEK pro Person nicht empfehlen. Dafür ist es einfach zu teuer, unserer Meinung nach.

Du findest in Mannaminne von einem Künstlerpaar erbaute Gebäude, Kunstwerke und Geschichten aus aller Welt. Die meisten Informationen sind leider nur auf schwedisch vorhanden. Klar, manche Sachen sehen wirklich cool aus, wie die riesige, dreidimensionale Weltkugel oder das Technikmuseum mit alten Autos. Aber wie gesagt, den Preis ist es für uns nicht wert gewesen.

Aber schau selbst, ob das Museum dein Interesse weckt: Website von Mannaminne

Fazit: Eine absolute Empfehlung!

Insgesamt sind wir sehr begeistert von dem Küstengebiet Höga Kusten! Natürlich gibt es vor allem im Nachbarland Norwegen weiteraus spektakulärere Berge und Aussichten an der Küste. Aber für schwedische Verhältnisse ist die High Coast auf jeden Fall ein Highlight, zumindest für uns.

Auf YouTube haben wir zwei Videos für dich, mit denen du dir einen visuellen Eindruck von der High Coast machen kannst:

Bananenbrot – Vegan, Vollkorn und fluffig

Bananenbrot – Vegan, Vollkorn und fluffig

Im Internet gibt es zwar schon sehr viele Bananenbrot Rezepte. Dennoch möchte ich meines mit euch teilen, weil:

  • es ausschließlich mit Vollkornmehl gemacht ist – für mehr Nährstoffe.
  • es ohne Öl auskommt, denn als Fettlieferant benutzen wir Erdnussmus.
  • es wirklich fluffig wird, dank der Kombi aus Natron und Essig.
  • eine weitere Zutat dabei ist, die meiner Meinung nach den geschmacklichen Kick gibt: Walnüsse.
  • du keine elektrischen Küchengeräte dafür brauchst, das Rezept also super Camper-tauglich ist.

Also, los geht’s!

Vorab-Anmerkungen

  1. Ich verwende immer die Pflanzenmilch, die ich gerade da habe. In Schweden, wo wir aktuell sind, nehme ich am liebsten den Oatly Barista Drink (unbezahlte Werbung). Der schmeckt mir persönlich am besten – ist nicht so wässrig wie manch andere Pflanzendrinks, sondern sogar ein bisschen schleimig wie Kuhmilch. Das Rezept funktioniert aber mit jeder anderen Pflanzenmilch.
  2. Die Zutaten Natron und Essig sind wichtig für das Rezept. Denn diese beiden reagieren miteinander, schäumen und machen den Teig fluffig, obwohl er zu 100% aus Vollkornmehl besteht.
  3. Im Camper haben wir in der Regel zwei Mehlsorten dabei: Ein Vollkornmehl – entweder Weizen oder Dinkel – und ein normales Weizenmehl Type 405. Das haben wir bisher in jedem Supermarkt bekommen. Mit Weizen- oder Dinkelvollkornmehl klappt das Rezept auf jeden Fall.
  4. In Deutschland verwende ich meistens Dattelzucker zum Backen, das ich im Internet in großen 1kg Packs bestelle. Unterwegs ist das allerdings etwas schwieriger bzw. ist es mir nicht so wichtig, als dass ich mich um eine Lieferung ins Reiseland bemühen würde. Deshalb nutze ich meistens den Zucker, den ich vor Ort zu einem für mich akzeptablen Preis im Supermarkt bekomme. Da kommt es dann auch vor, dass ich ganz auf normalen, weißen Zucker zurückgreife.
  5. Statt flüssiges Vanilleextrakt kannst du Vanillezucker oder Vanillin verwenden. Wenn du Pulver benutzt, dann gibst du es zu den anderen trockenen Zutaten hinzu, nicht zu den flüssigen.
  6. Da wir keinen 230V Strom im Camper haben, wenn wir nicht am Landstrom eingestöpselt sind, mische ich die flüssigen Zutaten meistens mit einer Gabel. Wenn du einen Pürierstab/ Handmixer zur Verfügung hast, kannst auch gerne diesen verwenden, um die flüssigen Zutaten homogen miteinander zu vermischen.
  7. Wir essen das Brot meistens einfach so als Snack bei einer Wanderung. Aber auch als süßes Dessert zum Frühstück eignet es sich prima, z.B. getoppt mit Marmelade und Quark, Veganer Karamell-Sauce oder einem Erdnuss-Frosting.

Du brauchst

125 ml Haferdrink
1 TL Apfelessig
180 g Weizen-Vollkornmehl (oder Dinkel, Buchweizen, …)
90 g Zucker
1 TL Backpulver
3/4 TL Natron
1/4 TL Salz
2 mittelgroße, reife Bananen
2-3 gehäufte EL Erdnussmus, je nachdem, wie erdnussig zu es haben willst
1/2 TL Vanilleextrakt
Schokoladenstücke (optional)
Walnusshälften (optional)

Zubereitung

  1. Mische 125 ml Pflanzenmilch mit 1 TL Apfelessig in einem Becher und lasse es für mind. 5 Minuten stehen. Das Essig wird dafür sorgen, dass der Pflanzendrink andickt. Er wird wie Buttermilch, bei Haferdrink riecht es sogar wie aus Kuhmilch gemacht.
  2. In einer Schüssel vermischst du nun die trockenen Zutaten: 180 g Mehl, 90 g Zucker, 1 TL Backpulver, 3/4 TL Natron und 1/4 TL Salz. Wenn du Vanillezucker in Pulverform verwendest, gib ihn ebenfalls jetzt dazu.
  3. Als nächstes zerdrückst du die 2 reifen Bananen mit einer Gabel in einer zweiten Schüssel.
  4. Füge anschließend 2-3 gehäufte EL Erdnussmus, die Milchmischung aus Schritt 1 und 1 TL Vanilleextrakt hinzu und mische das ganze mit einer Gabel oder dem Schneebesen.
  5. Wenn du Schokoladenstücke in deinem Bananenbrot haben möchtest, ist es jetzt an der Zeit, die Schokolade zu hacken und zu den trockenen Zutaten zu geben.
  6. Jetzt sollte es schnell gehen, weil das Natron mit dem Essig reagieren wird. Bereite deshalb am besten schon deinen Omnia vor (mit Silikonform oder eingefettet). Gebe nun die trockenen zu den flüssigen Zutaten (oder andersherum, je nachdem, wie groß deine Schüsseln sind) und mische beides nur so lange, wie notwendig – nicht zu viel rühren!
  7. Fülle den Teig in deinen Omnia. Zum Schluss noch die Walnusshälften auf dem Brot verteilen, wenn du magst – das gibt dem Ganzen noch den Kick und schmeckt wirklich Knaller!
  8. Und jetzt für 25 Minuten auf kleiner Flamme backen (Stäbchenprobe).
Kroatien-Woche 1: Zadar bis Primošten

Kroatien-Woche 1: Zadar bis Primošten

Seit einer Woche sind wir nun in Kroatien. Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir oberhalb von Primošten in einem Olivenhain, und haben die schönste Aussicht, die man sich wünschen kann. Obwohl die Sonne scheint, ist es recht frisch, denn der Wind pustet uns um die Ohren. Aber gut, das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.

Anreise über Österreich und Slowenien

Nach einer Nacht auf einem Wohnmobilstellplatz am Chiemsee fahren wir in dem nassen Deutschland los nach Kroatien. Wir wollen durch Österreich und Slowenien reisen und haben insgesamt etwa 580 Kilometer mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 80 km/h auf der Autobahn vor uns, die wir auf zwei Tage aufteilen wollen. Am Tag vorher haben wir uns in einer ADAC Geschäftsstelle schon die Vignetten geholt, damit wir auf schnellstem Wege diese beiden Länder passieren können (9,40 EUR für Österreich, 15,- EUR für Slowenien). Wir fahren über Salzburg und Villach statt über Passau und Graz, weil wir damit die kürzeste Strecke durch Österreich fahren. In der aktuellen Situation sind deutsche Nummernschilder selbst an der Tanke nicht willkommen.

Die Einreisen in Österreich und Slowenien verlaufen problemlos. Personalausweise vorzeigen, Ziel nennen und schon geht es für uns weiter. Hauptsache, wir haben nicht vor, in dem Land zu bleiben. In der Dämmerung erahnen wir, wie schön bergig Slowenien ist. Auf der Autobahn geht es bergauf, bergab und durch Tunnel. Wir hoffen, dass wir am nächsten Tag im Hellen die Schönheit der Landschaft aus den Autofenstern genießen dürfen.

Unser Zwischenziel für eine Nacht ist Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens. In der Dunkelheit steuern wir einen Wohnmobilstellplatz neben einem Park and Ride Platz an. Knapp 5 EUR bis zum nächsten Morgen, inkl. Ver- und Entsorgung. Wir essen noch etwas, versorgen Pauli und fallen dann müde in den Alkoven.

Voller Vorfreude schiebe ich am nächsten Morgen das Fensterrollo herunter, um die Aussicht auf die Berge zu bestaunen. Aber: Fehlanzeige. Alles voller Nebel. Es sieht ein bisschen spooky aus auf diesem menschenleeren Park and Ride. Wir frühstücken, Pauli nimmt seine Lieblings-Reiseposition ein (vorne in meinem Schoß) und kurze Zeit später befinden wir uns wieder auf der Autobahn. Unser Ziel ist ein Stellplatz in der Nähe des Nationalparks Pliwitzer Seen. Für Kroatien gibt es keine Vingette, aber die Autobahnen sind mautpflichtig. D.h. bei der Auffahrt zieht man ein Ticket und zahlt, wenn man die Autobahn wieder verlässt. Das wollen wir sparen und außerdem die Landschaft genießen. Deshalb heißt es ab kurz vor Kroatien für das Google Navi: Mautstraßen vermeiden.

Kurz hinter der Grenze steuern wir noch Karlovac an, um uns eine Daten-SIM für lokales Internet zu organisieren. Schließlich müssen wir am Montag wieder arbeiten. Es ist strahlend blauer Himmel und die Sonne scheint. Das tut so gut! Ab geht’s in einen Telekom-Shop, wo wir für umgerechnet 11 EUR unlimited Internet für 7 Tagen bekommen. Zum Vergleich: Unlimited Prepaid von Vodafone kostet in Deutschland 80,- EUR im Monat.

1. Übernachtung in Rastoke

Wir fahren weiter nach Rastoke. Hier gibt es einen günstigen Wohnmobilstellplatz, von dem aus wir es am nächsten Morgen kapp 40 Kilometer zum Nationalpark haben. Als wir um die Kurve auf diesen kleinen Ort zu fahren, staunen wir nicht schlecht. Wir schauen hinab auf ein winzig Dörfchen mit alten Häusern, inmitten von einigen Wasserfällen. Was für ein Ausblick! Das müssen wir uns später genauer angucken. Aber erst einmal geht es zum Stellplatz. Der befindet sich auf einer Anhöhe, von der aus wir eine super schöne Aussicht in das Tal und den Ort haben.

Ich genieße meine erste Yoga-Einheit seit einer Woche in der Sonne. Auch Pauli hat ein gemütliches Plätzchen in der Sonne gefunden und Max genehmigt sich eine Tasse Kaffee. Wir sind froh, dass wir endlich in Kroatien angekommen sind!

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch Rastoke, was, wie wir zwischenzeitlich herausgefunden haben, der historische Stadtkern von Slunje ist. Wikipedia lässt uns wissen: „In Rastoke kann man in etwas kleinerem Format die gleichen Naturphänomene beobachten, welche auch für die Plitvicer Seen charakteristisch sind. Daher werden die Rastoke oft auch als die „kleinen Plitvicer Seen“ bezeichnet.“ Es ist faszinierend, wie sich das Wasser durch diesen Ort bewegt und z.B. direkt an der kleinen Terrasse eines Restaurants in die Tiefe stürzt. Wir sind begeistern und freuen uns noch mehr auf den morgigen Ausflug zu den Plitwitzer Seen.

Plitvice Jzenero

Am nächsten Morgen geht es früh morgens los zum Nationalpark. In dem Plitwitzer Seen Nationalpark befinden sich aktuell 16 Seen auf verschiedenen Höhen, die über zahlreiche Wasserfälle miteinander verbunden sind. Die Seen entstehen dadurch, dass sich das Kalk (sog. Travertin) im Wasser am Grund ablagert und somit Barrieren bildet, in denen sich das Wasser mit der Zeit sammelt. Das überlaufende Wasser stürzt in Stufen von See zu See, und landet schließlich in dem letzten unteren See, dem Novakovića brod. Die Seen haben eine Tiefe von gerade einmal 1 bis zu 37 Metern.

Neben dem Haupteingang, der sich am nächsten zum vermeintlichen Highlight des Parks, dem „Großen Wasserfall“, Veliki slap, befindet, gibt es einen zweiten, von dem aus es eine interessante Tour durch den Park gibt. Der Park ist übrigens UNESCO Weltnaturerbe. Wir zahlen 80 Kunar pro Person Eintritt, das sind etwas mehr als 10 EUR. Fahrten mit dem Panoramazug und den Booten sind im Preis inbegriffen.

Bei der 4- bis 6-stündigen Tour H, für die wir uns entschieden haben, können wir den kompletten Seenbereich des Parks besichtigen. Das Wetter könnte nicht besser sein für so einen Ausflug mit unserem Pauli. Nach einer ca. 15-minütigen Fahrt mit der Panoramabahn durch den Wald an den Fluss- und See-Ufern geht es ca. 5 Kilometer zu Fuß durch den Park. Über Stege laufen wir durch die Seen, vorbei an zahlreichen Wasserfällen. Jeder Wasserfall sieht anders aus, es ist atemberaubend! Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass kaum etwas los ist. In der Hauptsaison schieben sich hier die Menschenmassen über die Stege. In aller Ruhe Erinnerungsfotos machen ist da nicht. Wir genießen die Ruhe und Freiheit und kommen aus dem Fotos-Schießen gar nicht raus.

Nach der Wanderung geht es für uns mit einem Boot über den Kozjak, dem flächenmäßig größten der 16 Seen. Anschließend geht es wieder zu Fuß weiter, über Stege durch den Canyon der unteren Seen. Hier ist es schon etwas voller. Liegt vermutlich daran, dass es Mittag geworden ist an diesem Feiertag. Außerdem ist der Haupteingang nicht weiter entfernt. Viele Familien mit Kindern sind unterwegs. Teilweise führen die Stege direkt durch den Wasserfall. Das Wasser sprudelt durch die Spalten der Holzbalken hindurch.

Bevor der Weg über Serpentinen den Berg hinauf zur Panoramabahn weitergeht – in der prallen Sonne, wir freuen uns schon darauf Pauli berghoch tragen zu dürfen – machen wir einen Abstecher zu dem höchsten Wasserfall, der ganz okay ist. Die Wasserfälle auf dem Weg hier hin haben uns mehr beeindruckt.

Wir steigen den Berg hinauf, abwechselnd mit dem 13 Kilo Fliegengewicht Pauli im Arm. Von hier oben hat man noch einmal einen fantastischen Blick auf einen Wasserfall, den See und die Stege, die sich über das Wasser winden. Wir freuen uns, als wir erschöpft in den Sitzen der Panoramabahn versinken.

Der Nationalpark ist eine echte Empfehlung! Die Runde, die wir gemacht haben, ist auch eine gute Wahl. In der Hauptsaison wäre es uns allerdings viel zu voll.

Auf dem Weg nach Zadar…

Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Zadar. An der Küste, am Rande eines Nationalparks, gibt es einen Campingplatz, auf dem wir die nächste Woche verbringen wollen, um in Ruhe arbeiten zu können. Doch bis dorthin sollen wir es heute nicht schaffen. In Gračac, knapp 50 Kilometer von unserem Ziel entfernt, haben wir die erste Autopanne unseres Lebens. Das Gaspedal funktioniert nicht mehr. Wie sich später herausstellt, ist unser Zahnriemen gerissen. Wir dürfen auf dem Hof einer Familie, die am Unglücksort wohnt, die Nacht mit unserem verletzen Freddie verbringen. Zum Glück haben wir hier guten Internet-Empfang.

Am nächsten Tag kommt schon ein Mechaniker, der das Ersatzteil dabei hat. Ein Hoch auf den ADAC für diese schnelle und unkomplizierte Hilfe! Allerdings ist es leider mit dem Austausch des defekten Zahnriemens nicht erledigt. Aus dem Auspuff von Freddie kommt Qualm, jede Menge Qualm, wenn man Gas gibt. Mal weißer, mal schwarzer. Der Mechaniker versucht mit einem Schraubenzieher die Zahnräder des Motors richtig einzustellen, damit genau die richtige Menge Diesel zugeführt wird. Leider erfolglos. Wir müssen zu seiner Werkstatt abgeschleppt werden. Er organisiert einen Abschleppwagen, der uns ca. eine Stunde später auf seinen Anhänger zieht.

Die Werkstatt ist gar nicht mal um die Ecke. Wir fahren eine halbe Stunde über das karge Velebit-Gebirge. Die Aussicht ist bombastisch! Bei den zwei Tunnel, durch die wir fahren, halten Max und ich den Atem an und ziehen die Köpfe ein, damit wir ja nicht mit einem Cabrio-Wohnmobil auf der anderen Seite herauskommen. Der junge Fahrer ist ganz gelassen. Er macht das mit Sicherheit nicht zum ersten Mal. Ohne Verluste an Freddies Dach erreichen wir die Werkstatt, auf deren Schrottplatz wir die Nacht verbringen dürfen.

Am nächsten Morgen bringt uns der Mechaniker in die nächste Stadt, Razanac, wo wir es uns in einer Café Bar gemütlich machen und unser Office einrichten. Drei Stunden später holt er uns wieder ab. Uns fällt ein riesiger Stein vom Herzen, als wir unser rollendes Zuhause um die Ecke fahren sehen. Auch wenn der Mechaniker super lieb war – er hat uns am Vorabend sogar noch Dosenbier vorbeigebracht – hoffen wir, dass wir ihn so schnell nicht wiedersehen. Wir zahlen umgerechnet ca. 80 EUR für das Ersatzteil und die Arbeiten, den Rest übernimmt der ADAC.

Arbeiten mit Meerblick

Überglücklich machen wir uns auf den Weg zum Kamp Nina in Privlaka. Mit Nina habe ich vorher schon per Email geschrieben und ihr Campingplatz hat geöffnet. Wie zu erwarten war, sind wir ganz alleine dort. Der Campingplatz ist der Garten des Hauses ihrer Eltern. Es gibt Strom, Frischwasser, eine Entsorgungsmöglichkeit und ein Waschhaus. Und das allerbeste: Nur 10 Schritte vom Wohnmobil zum Meer. Was für ein Luxus, wir können unser Glück kaum fassen! Von hier aus dürfen wir die kommenden Tage arbeiten. Wir freuen uns auf einen ereignislosen Alltag für den Rest der Arbeitswoche.

Küstenstadt Zadar

Am Freitagnachmittag heißt es endlich: Uuuuuuurlaub! Wir verlassen unser Paradies und fahren weiter nach Zadar, um uns die Hafenstadt an der Adria anzuschauen. Auf dem Weg halten wir an einer Gasstation, um unsere leere Flasche auffüllen zu lassen. Für ca. 16 EUR bekommen wir 10L Gas, also ähnlich wie in Deutschland.

Auf einem Parkplatz gegenüber einer Einkaufsgalerie dürfen wir für 48 Kunar übernachten. Von hier aus ist es einen Steinwurf in die Altstadt. Wir spazieren an der mit Palmen und Eichen gesäumten Promenade entlang, von der aus man einen fantastischen Blick auf die Insel Ugljan hat. Am Ende des Weges entdecken wir die Meeresorgel. Unter den Steinstufen sind verschiedene Rohre verbaut, in die durch die Wellen Luft gepresst wird und somit Musik erklingt. Eine wirklich schöne Idee.

Auf dem Weg ins Zentrum der Altstadt entdecken wir im Stadthafen eine weitere Besonderheit Zadars: Die Barkajoli. Das sind Ruderer in roten kleinen Bötchen, die ihre Kunden von der auf einer Halbinsel gelegenen Altstadt auf das Festland bringen. Man spart sich damit den doch relativ langen Rundgang am Hafenufer entlang.

Für uns geht es aber rein in die Altstadt, um eine Runde durch die engen Gassen mit ihren glatten Steinen zu gehen. Am frühen Abend genießen wir noch ein Feierabend-Bier in einer Café Bar.

Krka Nationalpark

Trotz der zentralen Lage haben wir eine entspannte Nacht auf dem Parkplatz verbracht und können uns am nächsten Morgen ausgeruht und gestärkt auf den Weg zu unserem heutigen Ziel machen: Dem Krka Nationalpark. Wir fahren die kurvenreiche Jadranska Magistrala entlang, die Küstenstraße hier in Kroatien, und genießen die umwerfende Aussicht auf die Adria.

Nach ca. 1,5 Stunden und einer Fahrt durch die Serpentinen erreichen wir den angesteuerten Eingang zum Nationalpark bei Skradin. Wir erwischen noch einen freien Parkplatz unter Pinienbäumen, kaufen uns zwei Eintrittskarten und marschieren los. Etwa 3,5 Kilometer laufen wir entlang der Krka, bis wir den richtigen Eingang zum Nationalpark erreichen.

Hier erwartet uns ein zwei Kilometer langer Rundweg durch das alte Dorf und über Stegen von See zu See. Dabei können wie den Skradinski buk, der sich auch hier, wie die Wasserfälle an den Plitvicer Seen, über 17 Stufen hinunter stürzt, aus verschiedenen Perspektiven bestaunen. Auch hier sammelte sich Wasser an verschiedenen Stellen und hat kleine, bis zu 25 Meter tiefe Seen gebildet. Insgesamt gibt es in dem ganzen Park sieben Wasserfälle, einige Höhlen, Burgen und Wassermühlen anzuschauen. Man kann auch einige Stücke mit dem Boot auf der Krka fahren.

Weil wir unsere Masken im Auto vergessen haben, können wir leider nicht mit dem Boot zurück Richtung Parkplatz fahren, sondern müssen nach dem Rundgang am Wasserfall die 3,5 Kilometer wieder zurück zum Auto laufen. Für uns kein Problem, aber Klein-Pauli schwächelt schon ein wenig in der prallen Sonne. Und so kommt er wieder einmal in den Genuss, getragen zu werden. Und Max kann mal wieder etwas seinen Bizeps trainieren. Win-Win würde ich sagen 😀

Entspannen im Olivenhain

Nach dem wunderschönen Tag im Nationalpark fahren wir weiter die Jadranska Magistrala entlang Richtung Primošten. Hier soll es mitten in den Olivenbergen drei kostenlose Wohnmobilstellplätze geben, die ein Restaurantbesitzer aus dem Ort zur Verfügung stellt. Wenn uns der Platz gefällt, wollen wir dort einen gemütlichen Sonntag verbringen.

Die Anfahrt ist mal wieder abenteuerlich. Die steile, spitze Kurve auf die Straße, die durch die Olivenhaine führt, schaffen wir nicht von unten zu befahren. Also erst einmal drehen und mit Schwung schieben uns die Räder nach oben. Wir entscheiden uns, an den ersten beiden Platzmöglichkeiten vorbeizufahren, was sich als goldrichtig erweist. Denn der dritte Platz ist ein Traum! Wir können bis zur Abbruchkante vorfahren und haben einen fantastischen Blick auf die mit kleinen grünen Inseln gesäumte Küste. Wir genießen den Sonnenuntergang und verkrümeln uns danach schnell ins Wohnmobil. Denn sobald die Sonne untergeht, ist es recht frisch.

Den Sonntag nutzen wir für Entspannung in der Sonne, Blogartikel schreiben und zum ersten Mal Pfannen-Pizza machen. Das hat übrigens sehr gut funktioniert, wird es in Zukunft öfters bei uns geben. Außerdem testen wir – auch zum ersten Mal – unsere Solar-Dusche, um warmes Wasser zum Spülen zu haben. Max baut das Disko-Equiment aus unserem Wohnzimmer aus – der Vorbesitzer hat hier ein weiteres Radio sowie zwei riesige Lautsprecher eingebaut, die wir zu Hause noch ganz cool fanden. Als wir dann aber unterwegs festgestellt haben, wie viel Strom das Musikhören aus unseren Batterien saugt, entschieden wir uns schnell dazu, das unnötige Gewicht loszuwerden. Denn bei so einem schweren Auto zählt jedes Kilo 😉

Das war unsere erste Woche hier in Kroatien. Wenn du uns noch nicht bei Instagram folgst, dann schau dort gerne mal vorbei: @travelama.de

Bis zum nächsten Wochenrückblick und sonnige Grüße, wo auch immer du dich befindest.