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Auf geht’s nach Schweden

Diese Woche ging es endlich los – wir starteten zu unserem Schweden-Trip, auf den wir uns über ein Jahr lang gefreut haben.

Am Montag und Dienstag waren wir noch zu Hause, haben geplant, eingekauft und gepackt. Dienstagnachmittag nach der Arbeit haben wir uns dann auf den Weg gemacht zu Max‘ Arbeitskollegen Justus nach Holstenniendorf bei Wacken. Er und seine Tochter Janne sind unsere Reise-Buddies für den Schwedentrip.

Entspannte Anreise nach Trelleborg

Bei bestem Wetter sind wir am Donnerstagnachmittag nach Travemünde gefahren. Von hier aus sollte unsere Reise am nächsten Morgen um 8:45 Uhr mit der Überfahrt nach Trelleborg beginnen. Damit wir nicht am ersten Urlaubstag so früh aufstehen müssen, sind wir schon am Vorabend angereist. Direkt vor der Einfahrt zum Hafen konnten wir auf einem Seitenstreifen zwischen Trucks parken und übernachten. Dort haben wir zu Abend gegessen und mit dem ersten Bier auf unseren Urlaub angestoßen.

Am nächsten Morgen klingelte um 6 Uhr der Wecker. Kennt ihr das, wenn es in den Urlaub geht, dann ist man auch nach wenigen Stunden Schlaf beim ersten Wecker-Signal sofort hellwach. So geht es zumindest uns immer 🙂

Wir haben Kaffee und Frühstück vorbereitet, einen Lunch-Rucksack gepackt und schon ging es auf unser Fährschiff Nils Dacke. Das Schiff ist übrigens benannt nach dem schwedischen Robin Hood, der früher gegen die Verschlechterungen der Lebensumstände für die schwedischen Bauern kämpfte. Die anderen Fährschiffe heißen z.B. Peter Pan, Nils Holgersson oder Huckleberry Fin. Wir finden diese Namen sehr schön ausgewählt.

Unsere Wagen parkten wir auf dem obersten Ladedeck und machten es uns ganz oben auf dem Sonnendeck gemütlich. So genossen wir die ersten Stunden der Überfahrt mit Kaffee, Müsli, Eis, Schokoriegeln, Kirschen und Bier in der Sonne. Dank Corona war sehr wenig los und die Fahrt war wirklich sehr entspannt.

Ales Stenar – Alte Steine mit schöner Aussicht

Nach etwas mehr als 6 Stunden fuhren wir gegen 17 Uhr in den Hafen von Trelleborg ein. Das erste und einzige Ziel des heutigen Tages sollte Ales Stenar bei Kåseberga sein, eine über 1.400 Jahre alte Schiffssetzung. Es ist quasi das schwedische Stonehenge.

59 Steine sind auf einem Hügel direkt an der Ostseeküste in Form eines Schiffes aufgestellt und bilden ein Urnengrab. Das ist zumindest der wissenschaftliche Konsens. Es gibt noch eine andere Interpretation der Steinsetzung: Nach einem Amateur-Archäologen soll sie einen Sonnenkalender darstellen.

Der Blick oben vom Hügel, auf dem die Schiffsetzung steht, ist wunderschön. Es geht steil bergab ins Meer und man hat einen tollen Blick auf das Wasser und die Küsten an den Seiten.

Auf dem Wohnmobilstellplatz am Ortseingang von Kåseberga haben wir uns dann für die erste Nacht eingefunden und den Abend mit Salat, Brot und UNO ausklingen lassen.

Mittelalterburg Glimmingehus

Am nächsten Morgen haben wir erst einmal ausgeschlafen. Und das hat uns richtig gut getan! Die Sonne strahlte schon früh ohne eine Wolke vom Himmel. Wir sind gemütlich in den Tag gestartet mit einer Runde Yoga für Janne, Justus und mich. Max hat währenddessen unser rollendes Zuhause etwas auf Vordermann gebracht – es wird so schnell dreckig auf diesem kleinen Raum, das ist Wahnsinn. Einen Putzfimmel sollte man da nicht haben 😀

Nach dem Frühstück ging es dann weiter zur Burg Glimmingehus. Diese Burg aus dem 15. Jahrhundert ist neben einer dänischen Burg die am besten erhaltene mittelalterliche Burg Skandinaviens. Sie stammt aus einer Zeit, als die Region Skåne noch zu Dänemark gehörte.

Sie ist ein einziger, großer Steinklotz. Ihre glatte, steinerne Fassade sieht nicht besonders einladend aus. Aber das Erscheinungsbild ist schon außergewöhnlich. Insgesamt misst die Burg eine Höhe von 26 Metern. Ihre Mauern sind mit 2,5 Metern super dick. Das sollte dem Besitzer genug Schutz vor seinen Feinden bieten.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns die Burg von außen und den Hof angeschaut, bevor es weiter ging Richtung Kivik zu unserem ersten Einkauf in Schweden.

Eine Nebeninfo: Die Burg ist Schauplatz in einem Kapitel in dem Buch „Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“, das ich momentan lese. Der kleine Kobold Nils hilft da den grauen Ratten, sich gegen die bösen schwarzen Ratten zu behaupten, die sie dorthin vertrieben hatten.

Einkaufen und Stellplatzsuche im äußersten Süd-Osten

Einkaufen waren wir bei ICA. Neben Coop ist das einer der großen Supermarktketten hier in Schweden. Wir haben alles bekommen, was wir wollten – sogar unsere veganen Extra-Würste. Was mich gewundert hat sind die vielen Plastikverpackungen. Jede Gurke – nicht nur die Bio –, Blumenkohl, Brokkoli, Salate – alles ist in Plastik eingepackt. Und das in einem Land, in dem Nachhaltigkeit so großgeschrieben wird. Naja, wir werden das mal in den kommenden Wochen beobachten.

Die Preise sind vollkommen in Ordnung. Ich habe keine einzelnen Produktpreise verglichen, aber die Fülle des Einkaufwagen für den Preis hat gepasst.

Nach dem Einkaufen wollten wir eigentlich zum Gyllebo sjö fahren, einem schönen, kleinen Badesee, an dem man auch übernachten kann. Der war aber so voll, dass er voll war. Deshalb haben wir auf den Hinterreifen kehrt gemacht und sind weiter Richtung Norden gefahren.

Über Umwege haben wir es dann nach Åhus geschafft. Dort haben wir zuerst Halt in einem Naturreservat gemacht. Der Weg dahin war schon abenteuerlich, besonders für Justsus‘ 7,20 Meter langes und 3,10 Meter hohes Wohnmobil. Es war eng zwischen Bäumen und Zäunen. Zum Glück kam uns niemand entgegen.

Der Parkplatz war direkt zwischen einem Vogelschutzgebiet am Äspet Naturschutzgebiet und einem Arm der Ostsee. Dort war Janne schwimmen, wir haben die Kühe beobachtet, die in dem See vom Vogelschutzgebiet badeten, und die Sonne genossen. Weil wir hier nicht übernachten durften, sind wir zum Wohnmobilstellplatz Åhus Garden gefahren – mitten in einem Kiefernwald. Super schön.

Hier haben wir uns niedergelassen und leckere Hot Dogs und Salat gemacht. Nach dem Abendessen ging es noch mal zum Meer – das war nämlich nur 1 km durch den schönen Kiefernwald vorbei an süßen schwedischen und nicht so süßen Bauhaus-Stil Häusern. Der Strand war wunderschön mit feinem Sandstrand und flachem Wasser für Janne, die es sich natürlich nicht hat nehmen lassen, mit ihrem Papa ein abendliches Bad in der Ostsee zu nehmen.

Freddies erste Energiekrise

Ein unschönes Erlebnis hatten wir diese Woche allerdings auch. Und zwar haben wir seit unserer Abfahrt in Holstenniendorf dabei zugesehen, wie sich die Kapazität unserer Board-Akkus gegen Null bewegte. Max wurde zunehmend nervöser. Unsere LiFePo4-Boardakkus mit zusammen etwas mehr als 250Ah Kapazität hielten sich bislang immer bei mindesten 80% Füllstand. Sie werden sowohl beim Fahren über den Ladebooster als auch beim Parken über unsere 320 Watt Solaranlage geladen.

In Schweden transportieren wir das Kanu auf Freddies Dach, wodurch die Solarpaneele etwas abgedeckt werden. Deshalb haben wir mit kleinen Ladungseinbußen beim Stehen gerechnet. Außerdem muss unser KompressorKühlschrank wegen der sommerlichen Temperaturen etwas mehr arbeiten. Zusätzlich läuft tagsüber häufig unser 12V-Ventilator. Wir verbrauchen also aktuell etwas mehr als bisher.

Das – und die Tatsache, dass wir mal vergessen hatten unserer Wasserpumpe auszuschalten, upsi – reicht aber nicht dafür, dass wir jeden Tag ca. 20% Strom verlieren und einfach nichts nachkommt. Also blieb nichts anderes übrig, als den Werkzeugkasten auszupacken und den Stromkasten zu öffnen.

Max hatte bereits eine Vermutung und das Problem recht schnell gefunden: Unser Ladebooster hatte sich „aufgehängt“, sofern das überhaupt möglich ist. Also wurden die Board-Batterien nicht beim Fahren geladen und der Ladebooster hat vermutlich auch noch Strom verbraucht, weil er durchweg nach dem „D+“-Signal der Lichtmaschine gesucht hat. Wir haben alle Leitungen neu angeschlossen und der Booster hat sich neu konfiguriert. Nun laden wir die Board-Batterien wieder beim Fahren und Max ist deutlich entspannter.
Tatsache ist: Ohne Strom würde unser Schweden-Roadtrip viel weniger Spaß machen. Denn Freddie ist vollkommen autark aufgebaut, besitzt auch keinen Landstromanschluss und die good-old-Kabeltrommel haben wir auch nicht eingepackt…

Mehr Infos zu unserer Stromversorgung in unserem Camper findest du in übrigens unserem Blogartikel „Strom im DIY Campervan“.

Endlich: Strandtag in Åhus

Nach einer wieder sehr erholsamen Nacht, einer Morgen-Yoga-Runde und einem entspannten Frühstück hieß es: Ab zum Strand. Da haben wir uns alle schon die ganze Zeit drauf gefreut. Faul in der Sonne rumliegen, lesen, Sandburgen bauen und zwischendurch im Meer abkühlen. Heute war es etwas wolkig, was aber nicht schlimm war. So waren wir nicht permanent der brennenden Sonne ausgesetzt.

Der Strand war auch tagsüber traumhaft und relativ leer. Ich vermute, dass es daran liegt, dass es keinen Parkplatz für Besucher gibt und der Strand nicht bei Google Maps angezeigt wird. Es war auf jeden Fall sehr schön und entspannend. Um es mit Justus‘ Worten zu sagen: Man könnte es durchaus schlechter haben 🙂

Danach haben wir noch etwas auf dem Stellplatz gechillt, die Fahrzeuge fertig gemacht und sind dann losgefahren zu unserem nächsten Stellplatz in Axeltorp – direkt an einem See mit Bootstelle. Hier werden wir zum neuen Wochenstart  mit den Kanus unterwegs sein.

Übernachtungsspots der Woche

An den folgenden Stellen haben wir diese Woche übernachtet:

  • Seitenstreifen Hafen Travemünde – kostenlos
  • Wohnmobilstellplatz bei Alens Stena – 15,-€
  • Wohnmobilstellplatz Ahus Garden – 20,-€
  • Wohnmobilstellplatz Axeltorp – 10,-€, plus 2,-€ für Strom

Vegan Kochen im Van

Auch unseren nicht veganen Reise-Buddies schmeckt das vegan gekochte Essen bisher ganz gut. Sie erweitern es natürlich hier und da mit Käse oder Wurst, aber das ist ja auch okay. Folgende Gerichte gab es diese Woche bei uns.

  • Mediterraner Nudelsalat mit Pesto, rohem Gemüse und Oliven
  • Bigos, ein polnischer Sauerkraut-Eintopf, veganisiert mit Tofu
  • Quiche mit Spinat und Pilzen
  • Hot Dogs mit der weltbesten Burger Sauce (zum Rezept)
  • Mit Quinoa und Gemüse gefüllte Paprika aus dem Omnia
  • Verschiedene Salatvariationen, z.B. mit gebratenen Champignons und Weißkohl, mit „Feta“-Käse von Violife (mega gut, schmeckt wie Ziegenkäse!) und verschiedenen Dressings aus Nussmus

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