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Schweden-Woche 4: Westküste und Heimreise

Die letzte Woche stand ganz unter dem Motto „Entspannung“. Die Vormittage waren der Arbeit verschrieben, danach stand das tägliche Erholungsprogramm auf dem Plan: In der Sonne faulenzen, lesen, Pläne schmieden, träumen, spielen und essen.

Denn am Donnerstag ging es schon wieder zurück nach Deutschland… Und es gab direkt spannende Entscheidungen zu treffen. Aber lest selbst.

Die letzten Tage in Schweden

Am Sonntag verlassen wir, anders als am Samstag noch geplant (siehe Wochenrückblick Woche 3), Stora Amundön und fahren weiter Richtung Trelleborg. Auf dem Weg machen wir Halt im Naturreservat Tönnersa. Die Straße zum Strand-Parkplatz ist wieder abenteuerlich für unsere doch etwas größeren Gefährten. Wir holpern einen Kilometer über eine einspurige Schotterstraße, vorbei an grasenden Ziegen und Kiefernbäumen. Es gibt genau eine Stelle, die etwas breiter ist, und zum Glück begegnet uns der Gegenverkehr genau dort. Sonst hätte es für das kleinere Fahrzeug geheißen „Alle Maschinen kehrt“.

Der Strand von diesem Naturreservat ist der Hammer! Er ist vom Parkplatz durch eine Düne, die wir unter körperlicher Höchstanstrengung erklimmen müssen, getrennt. Dahinter wartet ein schöner, Kilometer langer Sandstrand auf den Besucher. Es ist nichts los an diesem Sonntagnachmittag. Trotz des Windes schmeißen sich Janne, Justus und Laura in die Wellen und genießen das letzte Bad in Schweden (was die drei zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen).

Leider dürfen wir auf dem Parkplatz vom Strand nicht übernachten, und so müssen wir uns noch einmal hinter das Lenkrad klemmen. Fündig werden wir nur 15 Minuten später an einem anderen Parkplatz vom Naturreservat mit Feuerstelle und Zugang zum Strand, auf dem wir für 24h stehen dürfen. Der Strand ist allerdings übersät von Algen – nicht besonders einladend zum Baden oder Spazierengehen. Am Abend kommt Max´ Zunderpilz – ein Baumpilz, der sich hervorragend ans Grillanzünder eignet, daher unser Spitzname für den Pilz – zum Einsatz und wir genießen das Knistern und die hypnotische Wirkung des Feuers.

Trotz der Nähe zur Europastraße E6/ E20, die Malmö mit Oslo verbindet, schlafen wir wie immer wunderbar in unseren Wohnmobilen. Nach der Arbeit machen wir uns wieder auf die Suche nach einem Stellplatz mit richtigem Strand, also ohne Algenteppich auf dem Sand. Leider sind hier an der Küste die meisten schönen Sandstrände öffentliche Badestellen und/ oder Naturreservate, auf deren Parkplätzen das Übernachten nicht erlaubt ist. Da wir nicht ewig suchen wollen, nehmen wir Vorlieb mit einem großen Parkplatz an einer recht viel befahrenen Straße, von der wir aber durch einen Fahrradweg und zahlreiche Kiefern getrennt sind. Das soll reichen. Wir sind alle nicht besonders geräuschempfindlich. Es sind nur weniger Meter zur Promenade, mit einer großen Wiese zum Chillen und einem schönen Sandstrand. Zum Baden ist es uns aber heute definitiv zu windig. Und so genießen wir den Nachmittag mit Faulenzen in der Sonne – unsere Lieblingsaktivität diese Woche 😀

Am Dienstag entscheiden wir, dass wir uns für die letzten beiden Nächste zum Abschluss einen Campingplatz gönnen. Wir lieben es zwar, frei zu stehen, aber für Janne ist es mit Spielplatz, Strand, Büdchen und Spülhäuschen doch etwas aufregender. Justus macht den Strand Camping in Trelleborg ausfindig – super gelegen, nur weniger Kilometer vom Hafen entfernt, aber doch weit genug, dass man davon nichts mitbekommt. Es gibt einen Badestrand mit Sand, einen Spielplatz für Janne und einen Imbiss, an dem wir uns leckere, knusprige Pommes holen. Weil wir keinen Strom brauchen, stehen wir auf der Zeltwiese direkt unter meterhohe Kiefern – total schön. Die zahlreichen Kiefern, die das Landschaftsbild hier in Schweden prägen, gefallen uns sehr gut. Hier kommt auch endlich unsere Slackline zum Einsatz und wir trainieren unseren Gleichgewichtssinn ein wenig.
Leider stehen die Kiefern für das Aufspannen der Hängematte etwas zu weit auseinander, sodass wir bei dieser Reise auf das entspannte Schaukeln verzichten müssen.

Besonders gefällt es uns hier bei den abendlichen Spaziergängen im Sonnenuntergang am Strand entlang zu laufen. Dabei kommt eine sentimentale Stimmung in uns auf, denn morgen fahren wir schon wieder auf die Fähre und sind zurück in der Heimat.

Zurück nach Deutschland

Unsere Fähre legt um 21:30 Uhr in Travemünde an und wir verlassen gegen 22:00 Uhr das Hafengelände. Auch auf dieser Überfahrt war die Fähre nur mit wenigen Reisenden und ein paar LKW-Fernfahrern besetzt, sodass wir uns ganz gut erholen konnten. Wir machten uns vor einem Fernseher in Cafeteria-Nähe breit und teilten uns die Kabine, die wir wegen Pauli dazubuchen mussten, um abwechselnd ein Nickerchen zu machen.

Bis zu Justus nach Wacken sind es nun noch ca. 1:15 Stunden Fahrt über Landstraße. Im gesamten Urlaub sind wir selten später als um 22:00 Uhr ins Bett gegangen. Dementsprechend gerädert fühlen wir uns auf den letzten Kilometern zu Justus‘ Hof. Unsere Laune wird allerdings durch einen herzlichen und liebevollen Empfang in Holstenniendorf aufgeheitert, denn Justus‘ Mutter und Jannes Mama blieben so lange wach, um uns zu begrüßen. Wir quatschen noch ein wenig über unser Schweden-Abenteuer und fallen anschließend halbtot ins Bett.

Neues Projekt? – Freddie 3.0?

Am Freitag malochen wir schnell so schnell wie wir können, denn wir haben an diesem Nachmittag noch etwas Wichtiges vor. Nach dem halben Arbeitstag verabschieden wir uns von Justus und seiner lieben Familie. Seine Mutter Monika versorgt uns noch rasch mit selbstgemachtem Sirup, Beeren-Gelee und frischen Gemüse aus dem Garten und schon sind wir wieder auf der Piste – Nächster Halt: Wunstorf (an der A2).
Wunstorf liegt auf halber Strecke zu unserem heutigen Ziel „Campingpark Kronenburger See“ in der Eifel, wo wir uns mit Lauras Eltern treffen wollen, um das Wochenende gemeinsam zu verbringen – dazu später!

Wir spielen seit einiger Zeit mit dem Gedanken, ein richtiges Wohnmobil zu fahren. Dieses soll aber auch keine Neuware sein, denn den Verkauf von Freddie 1 und den Verlust seines Charmes verschmerzen wir immer noch etwas. Es soll ein Wohnmobil mit Alkoven (Bett über dem Fahrerhaus) sein, sodass wir im Heckteil des Fahrzeugs mehr Platz haben, weil das Bett keinen Wohnraum in Anspruch nimmt. Einen ähnlichen Charme-Faktor wie die kultigen, viel zu kleinen und viel zu teuren VW Bullis hat der VW LT, den es sogar mit professionellem Wohnmobil Aufbau von der Firma Karmann gibt. Der VW LT ist ein kleiner LKW und der Vorgänger vom heutigen Crafter, den es seit 2006 in Deutschland gibt. Die Firma Karmann besteht stellt auch heute noch für jede Art von Fahrzeug den Wohnmobil-Aufbau fachmännich her. Und genau so einen LT mit Karmann Aufbau gibt es in Wunstorf an der A2.

Wir sind um 16:00 Uhr mit dem Besitzer Ralf verabredet und schaffen es auch grade rechtzeitig. Insgesamt verbringen wir fast zwei Stunden mit ihm und seinem gepflegten LT, lassen uns alles zeigen, klettern über und unter das Fahrzeug. Die Probefahrt hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, wir hatten wieder das Gefühl von Freddie 1 zurück, nur diesmal mit deutlich mehr PS und Turbo-Lader! Der LT fährt sich super und hat mit seinen 100.000 Kilometern auf dem Tacho kaum Strecke gemacht.
Bei dem 24 Jahre alten Ausbau müssen wir sicherlich etwas Zeit investieren, um nach unseren Vorstellungen alles auf Vordermann zu bringen, aber mittlerweile sind wir ja richtige Profis in Sachen Wohnmobil-Ausbau 😀

Unterbrochen wird unsere Zeitreise von einer WhatsApp von Lauras Papa: „Bis spätestens 21:55 müsst ihr hier sein. Dann schließt die Schranke vom Campingplatz.“ Laut Navi brauchen wir für die restlichen 360 km aktuell bis 21:50 Uhr – das wird eine ziemlich knappe Kiste! Wir beenden die doch sehr intensive Besichtigung und versprechen Ralf, uns morgen bei ihm zu melden.

Ganz geflasht und voller Begeisterung steigen wir wieder in Freddie 2 und fahren los. Selbstverständlich halten wir uns auf der der langen Strecke und trotz Zeitdruck durchweg an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und kommen tatsächlich um 21:49 Uhr am Kronenburger See an 😀
Lauras Eltern und ihre kleine Schwester Meryem empfangen uns freudestrahlend an der Schranke zum Campingplatz. Wir parken auf dem Stellplatz neben ihnen und sinken erschöpft in unsere Campingstühle, genießen das leckere Essen und deutsches Bier. Wir freuen uns sehr, den Teil der Familie nach 4 Wochen wieder zu sehen <3
Mit einer kleinen Wanderung um den Kronenburger See und viel Entspannung lassen wir die nächsten zwei Tage ausklingen und freuen uns bereits auf die kommende Woche „zuhause“…

Achja:
Jeder, der uns kennt hat es sicherlich bereits nach dem Lesen der Überschrift gespürt:
Wir haben uns für den VW LT entschieden und holen Freddie 3 am kommenden Sonntag ab 😀

Optimierung unserer Reise-Packliste

Natürlich haben wir nach den letzten 4 Wochen die ein oder andere Sache erlebt, die dazu führt, dass wir die Packliste für unsere Reisen mit dem Wohnmobil erweitern. Hier mal eine kleine Übersicht, was aktuell auf unserer Optimierungsliste steht:

  • Eimer & Spülschüssel (faltbar) – vor allem der Eimer ist wichtig, weil man nicht überall für die Entsorgung einen Kanal zum Drüberfahren hat
  • Zweites Set an schnelltrocknenden Handtüchern, damit man nicht direkt waschen muss
  • Tablet zum Lesen von e-books im PDF Format
  • Wasserdichte Handyhüllen & Wasserdichte Tablethülle
  • Sandbleche, Abschleppseil und Starthilfekabel
  • Klappspaten
  • Großes Strandtuch/ Picknickdecke
  • Trockenobst und getrocknete Kräuter, wenn frische Sachen zu teuer sind
  • Großer Pfannendeckel, um Gemüse zu dünsten
  • Schneeketten
  • Kabeltrommel 50M
  • Elektrischer Heizlüfter
  • Camping APP PIN Camp, die digitale Version des ADAC Stellplatzführers
  • Fahrradanhänger für Pauli
  • Ausrüstung für Übernachtungen im Zelt
  • Eventuell: Kanu und Tonne

Übernachtungsspots:

Vegan Kochen im Van:

Diese Woche gab es häufig unspektakuläres Rest-Essen. Wir schmeißen dafür vorhandenes Gemüse, Blattgemüse (z.B. die Blätter vom Blumenkohl), Kartoffeln und Bohnen in eine Pfanne. Dort dünstet das Ganze mit Deckel, bis das Gemüse gar ist. Noch ein bisschen würzen und et voila, schon ist das Essen fertig. Das Ganze dauert in der Regel nicht länger als eine halbe bis dreiviertel Stunde, inkl. Schnibbeln.

Aufpeppen könnt ihr solche Gerichte immer mit Kräutern – ob frische, gefrorene oder getrocknet. Wenn ihr es cremiger mögt, könnt ihr fertigen Sahne-Ersatz verwenden oder mit Cashewmus, Wasser und Gewürzen eine einfache vegane Sauce zaubern.



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