Kroatien-Woche 1: Zadar bis Primošten

Kroatien-Woche 1: Zadar bis Primošten

Seit einer Woche sind wir nun in Kroatien. Während ich diese Zeilen schreibe, sitzen wir oberhalb von Primošten in einem Olivenhain, und haben die schönste Aussicht, die man sich wünschen kann. Obwohl die Sonne scheint, ist es recht frisch, denn der Wind pustet uns um die Ohren. Aber gut, das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.

Anreise über Österreich und Slowenien

Nach einer Nacht auf einem Wohnmobilstellplatz am Chiemsee fahren wir in dem nassen Deutschland los nach Kroatien. Wir wollen durch Österreich und Slowenien reisen und haben insgesamt etwa 580 Kilometer mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 80 km/h auf der Autobahn vor uns, die wir auf zwei Tage aufteilen wollen. Am Tag vorher haben wir uns in einer ADAC Geschäftsstelle schon die Vignetten geholt, damit wir auf schnellstem Wege diese beiden Länder passieren können (9,40 EUR für Österreich, 15,- EUR für Slowenien). Wir fahren über Salzburg und Villach statt über Passau und Graz, weil wir damit die kürzeste Strecke durch Österreich fahren. In der aktuellen Situation sind deutsche Nummernschilder selbst an der Tanke nicht willkommen.

Die Einreisen in Österreich und Slowenien verlaufen problemlos. Personalausweise vorzeigen, Ziel nennen und schon geht es für uns weiter. Hauptsache, wir haben nicht vor, in dem Land zu bleiben. In der Dämmerung erahnen wir, wie schön bergig Slowenien ist. Auf der Autobahn geht es bergauf, bergab und durch Tunnel. Wir hoffen, dass wir am nächsten Tag im Hellen die Schönheit der Landschaft aus den Autofenstern genießen dürfen.

Unser Zwischenziel für eine Nacht ist Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens. In der Dunkelheit steuern wir einen Wohnmobilstellplatz neben einem Park and Ride Platz an. Knapp 5 EUR bis zum nächsten Morgen, inkl. Ver- und Entsorgung. Wir essen noch etwas, versorgen Pauli und fallen dann müde in den Alkoven.

Voller Vorfreude schiebe ich am nächsten Morgen das Fensterrollo herunter, um die Aussicht auf die Berge zu bestaunen. Aber: Fehlanzeige. Alles voller Nebel. Es sieht ein bisschen spooky aus auf diesem menschenleeren Park and Ride. Wir frühstücken, Pauli nimmt seine Lieblings-Reiseposition ein (vorne in meinem Schoß) und kurze Zeit später befinden wir uns wieder auf der Autobahn. Unser Ziel ist ein Stellplatz in der Nähe des Nationalparks Pliwitzer Seen. Für Kroatien gibt es keine Vingette, aber die Autobahnen sind mautpflichtig. D.h. bei der Auffahrt zieht man ein Ticket und zahlt, wenn man die Autobahn wieder verlässt. Das wollen wir sparen und außerdem die Landschaft genießen. Deshalb heißt es ab kurz vor Kroatien für das Google Navi: Mautstraßen vermeiden.

Kurz hinter der Grenze steuern wir noch Karlovac an, um uns eine Daten-SIM für lokales Internet zu organisieren. Schließlich müssen wir am Montag wieder arbeiten. Es ist strahlend blauer Himmel und die Sonne scheint. Das tut so gut! Ab geht’s in einen Telekom-Shop, wo wir für umgerechnet 11 EUR unlimited Internet für 7 Tagen bekommen. Zum Vergleich: Unlimited Prepaid von Vodafone kostet in Deutschland 80,- EUR im Monat.

1. Übernachtung in Rastoke

Wir fahren weiter nach Rastoke. Hier gibt es einen günstigen Wohnmobilstellplatz, von dem aus wir es am nächsten Morgen kapp 40 Kilometer zum Nationalpark haben. Als wir um die Kurve auf diesen kleinen Ort zu fahren, staunen wir nicht schlecht. Wir schauen hinab auf ein winzig Dörfchen mit alten Häusern, inmitten von einigen Wasserfällen. Was für ein Ausblick! Das müssen wir uns später genauer angucken. Aber erst einmal geht es zum Stellplatz. Der befindet sich auf einer Anhöhe, von der aus wir eine super schöne Aussicht in das Tal und den Ort haben.

Ich genieße meine erste Yoga-Einheit seit einer Woche in der Sonne. Auch Pauli hat ein gemütliches Plätzchen in der Sonne gefunden und Max genehmigt sich eine Tasse Kaffee. Wir sind froh, dass wir endlich in Kroatien angekommen sind!

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch Rastoke, was, wie wir zwischenzeitlich herausgefunden haben, der historische Stadtkern von Slunje ist. Wikipedia lässt uns wissen: „In Rastoke kann man in etwas kleinerem Format die gleichen Naturphänomene beobachten, welche auch für die Plitvicer Seen charakteristisch sind. Daher werden die Rastoke oft auch als die „kleinen Plitvicer Seen“ bezeichnet.“ Es ist faszinierend, wie sich das Wasser durch diesen Ort bewegt und z.B. direkt an der kleinen Terrasse eines Restaurants in die Tiefe stürzt. Wir sind begeistern und freuen uns noch mehr auf den morgigen Ausflug zu den Plitwitzer Seen.

Plitvice Jzenero

Am nächsten Morgen geht es früh morgens los zum Nationalpark. In dem Plitwitzer Seen Nationalpark befinden sich aktuell 16 Seen auf verschiedenen Höhen, die über zahlreiche Wasserfälle miteinander verbunden sind. Die Seen entstehen dadurch, dass sich das Kalk (sog. Travertin) im Wasser am Grund ablagert und somit Barrieren bildet, in denen sich das Wasser mit der Zeit sammelt. Das überlaufende Wasser stürzt in Stufen von See zu See, und landet schließlich in dem letzten unteren See, dem Novakovića brod. Die Seen haben eine Tiefe von gerade einmal 1 bis zu 37 Metern.

Neben dem Haupteingang, der sich am nächsten zum vermeintlichen Highlight des Parks, dem „Großen Wasserfall“, Veliki slap, befindet, gibt es einen zweiten, von dem aus es eine interessante Tour durch den Park gibt. Der Park ist übrigens UNESCO Weltnaturerbe. Wir zahlen 80 Kunar pro Person Eintritt, das sind etwas mehr als 10 EUR. Fahrten mit dem Panoramazug und den Booten sind im Preis inbegriffen.

Bei der 4- bis 6-stündigen Tour H, für die wir uns entschieden haben, können wir den kompletten Seenbereich des Parks besichtigen. Das Wetter könnte nicht besser sein für so einen Ausflug mit unserem Pauli. Nach einer ca. 15-minütigen Fahrt mit der Panoramabahn durch den Wald an den Fluss- und See-Ufern geht es ca. 5 Kilometer zu Fuß durch den Park. Über Stege laufen wir durch die Seen, vorbei an zahlreichen Wasserfällen. Jeder Wasserfall sieht anders aus, es ist atemberaubend! Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass kaum etwas los ist. In der Hauptsaison schieben sich hier die Menschenmassen über die Stege. In aller Ruhe Erinnerungsfotos machen ist da nicht. Wir genießen die Ruhe und Freiheit und kommen aus dem Fotos-Schießen gar nicht raus.

Nach der Wanderung geht es für uns mit einem Boot über den Kozjak, dem flächenmäßig größten der 16 Seen. Anschließend geht es wieder zu Fuß weiter, über Stege durch den Canyon der unteren Seen. Hier ist es schon etwas voller. Liegt vermutlich daran, dass es Mittag geworden ist an diesem Feiertag. Außerdem ist der Haupteingang nicht weiter entfernt. Viele Familien mit Kindern sind unterwegs. Teilweise führen die Stege direkt durch den Wasserfall. Das Wasser sprudelt durch die Spalten der Holzbalken hindurch.

Bevor der Weg über Serpentinen den Berg hinauf zur Panoramabahn weitergeht – in der prallen Sonne, wir freuen uns schon darauf Pauli berghoch tragen zu dürfen – machen wir einen Abstecher zu dem höchsten Wasserfall, der ganz okay ist. Die Wasserfälle auf dem Weg hier hin haben uns mehr beeindruckt.

Wir steigen den Berg hinauf, abwechselnd mit dem 13 Kilo Fliegengewicht Pauli im Arm. Von hier oben hat man noch einmal einen fantastischen Blick auf einen Wasserfall, den See und die Stege, die sich über das Wasser winden. Wir freuen uns, als wir erschöpft in den Sitzen der Panoramabahn versinken.

Der Nationalpark ist eine echte Empfehlung! Die Runde, die wir gemacht haben, ist auch eine gute Wahl. In der Hauptsaison wäre es uns allerdings viel zu voll.

Auf dem Weg nach Zadar…

Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Zadar. An der Küste, am Rande eines Nationalparks, gibt es einen Campingplatz, auf dem wir die nächste Woche verbringen wollen, um in Ruhe arbeiten zu können. Doch bis dorthin sollen wir es heute nicht schaffen. In Gračac, knapp 50 Kilometer von unserem Ziel entfernt, haben wir die erste Autopanne unseres Lebens. Das Gaspedal funktioniert nicht mehr. Wie sich später herausstellt, ist unser Zahnriemen gerissen. Wir dürfen auf dem Hof einer Familie, die am Unglücksort wohnt, die Nacht mit unserem verletzen Freddie verbringen. Zum Glück haben wir hier guten Internet-Empfang.

Am nächsten Tag kommt schon ein Mechaniker, der das Ersatzteil dabei hat. Ein Hoch auf den ADAC für diese schnelle und unkomplizierte Hilfe! Allerdings ist es leider mit dem Austausch des defekten Zahnriemens nicht erledigt. Aus dem Auspuff von Freddie kommt Qualm, jede Menge Qualm, wenn man Gas gibt. Mal weißer, mal schwarzer. Der Mechaniker versucht mit einem Schraubenzieher die Zahnräder des Motors richtig einzustellen, damit genau die richtige Menge Diesel zugeführt wird. Leider erfolglos. Wir müssen zu seiner Werkstatt abgeschleppt werden. Er organisiert einen Abschleppwagen, der uns ca. eine Stunde später auf seinen Anhänger zieht.

Die Werkstatt ist gar nicht mal um die Ecke. Wir fahren eine halbe Stunde über das karge Velebit-Gebirge. Die Aussicht ist bombastisch! Bei den zwei Tunnel, durch die wir fahren, halten Max und ich den Atem an und ziehen die Köpfe ein, damit wir ja nicht mit einem Cabrio-Wohnmobil auf der anderen Seite herauskommen. Der junge Fahrer ist ganz gelassen. Er macht das mit Sicherheit nicht zum ersten Mal. Ohne Verluste an Freddies Dach erreichen wir die Werkstatt, auf deren Schrottplatz wir die Nacht verbringen dürfen.

Am nächsten Morgen bringt uns der Mechaniker in die nächste Stadt, Razanac, wo wir es uns in einer Café Bar gemütlich machen und unser Office einrichten. Drei Stunden später holt er uns wieder ab. Uns fällt ein riesiger Stein vom Herzen, als wir unser rollendes Zuhause um die Ecke fahren sehen. Auch wenn der Mechaniker super lieb war – er hat uns am Vorabend sogar noch Dosenbier vorbeigebracht – hoffen wir, dass wir ihn so schnell nicht wiedersehen. Wir zahlen umgerechnet ca. 80 EUR für das Ersatzteil und die Arbeiten, den Rest übernimmt der ADAC.

Arbeiten mit Meerblick

Überglücklich machen wir uns auf den Weg zum Kamp Nina in Privlaka. Mit Nina habe ich vorher schon per Email geschrieben und ihr Campingplatz hat geöffnet. Wie zu erwarten war, sind wir ganz alleine dort. Der Campingplatz ist der Garten des Hauses ihrer Eltern. Es gibt Strom, Frischwasser, eine Entsorgungsmöglichkeit und ein Waschhaus. Und das allerbeste: Nur 10 Schritte vom Wohnmobil zum Meer. Was für ein Luxus, wir können unser Glück kaum fassen! Von hier aus dürfen wir die kommenden Tage arbeiten. Wir freuen uns auf einen ereignislosen Alltag für den Rest der Arbeitswoche.

Küstenstadt Zadar

Am Freitagnachmittag heißt es endlich: Uuuuuuurlaub! Wir verlassen unser Paradies und fahren weiter nach Zadar, um uns die Hafenstadt an der Adria anzuschauen. Auf dem Weg halten wir an einer Gasstation, um unsere leere Flasche auffüllen zu lassen. Für ca. 16 EUR bekommen wir 10L Gas, also ähnlich wie in Deutschland.

Auf einem Parkplatz gegenüber einer Einkaufsgalerie dürfen wir für 48 Kunar übernachten. Von hier aus ist es einen Steinwurf in die Altstadt. Wir spazieren an der mit Palmen und Eichen gesäumten Promenade entlang, von der aus man einen fantastischen Blick auf die Insel Ugljan hat. Am Ende des Weges entdecken wir die Meeresorgel. Unter den Steinstufen sind verschiedene Rohre verbaut, in die durch die Wellen Luft gepresst wird und somit Musik erklingt. Eine wirklich schöne Idee.

Auf dem Weg ins Zentrum der Altstadt entdecken wir im Stadthafen eine weitere Besonderheit Zadars: Die Barkajoli. Das sind Ruderer in roten kleinen Bötchen, die ihre Kunden von der auf einer Halbinsel gelegenen Altstadt auf das Festland bringen. Man spart sich damit den doch relativ langen Rundgang am Hafenufer entlang.

Für uns geht es aber rein in die Altstadt, um eine Runde durch die engen Gassen mit ihren glatten Steinen zu gehen. Am frühen Abend genießen wir noch ein Feierabend-Bier in einer Café Bar.

Krka Nationalpark

Trotz der zentralen Lage haben wir eine entspannte Nacht auf dem Parkplatz verbracht und können uns am nächsten Morgen ausgeruht und gestärkt auf den Weg zu unserem heutigen Ziel machen: Dem Krka Nationalpark. Wir fahren die kurvenreiche Jadranska Magistrala entlang, die Küstenstraße hier in Kroatien, und genießen die umwerfende Aussicht auf die Adria.

Nach ca. 1,5 Stunden und einer Fahrt durch die Serpentinen erreichen wir den angesteuerten Eingang zum Nationalpark bei Skradin. Wir erwischen noch einen freien Parkplatz unter Pinienbäumen, kaufen uns zwei Eintrittskarten und marschieren los. Etwa 3,5 Kilometer laufen wir entlang der Krka, bis wir den richtigen Eingang zum Nationalpark erreichen.

Hier erwartet uns ein zwei Kilometer langer Rundweg durch das alte Dorf und über Stegen von See zu See. Dabei können wie den Skradinski buk, der sich auch hier, wie die Wasserfälle an den Plitvicer Seen, über 17 Stufen hinunter stürzt, aus verschiedenen Perspektiven bestaunen. Auch hier sammelte sich Wasser an verschiedenen Stellen und hat kleine, bis zu 25 Meter tiefe Seen gebildet. Insgesamt gibt es in dem ganzen Park sieben Wasserfälle, einige Höhlen, Burgen und Wassermühlen anzuschauen. Man kann auch einige Stücke mit dem Boot auf der Krka fahren.

Weil wir unsere Masken im Auto vergessen haben, können wir leider nicht mit dem Boot zurück Richtung Parkplatz fahren, sondern müssen nach dem Rundgang am Wasserfall die 3,5 Kilometer wieder zurück zum Auto laufen. Für uns kein Problem, aber Klein-Pauli schwächelt schon ein wenig in der prallen Sonne. Und so kommt er wieder einmal in den Genuss, getragen zu werden. Und Max kann mal wieder etwas seinen Bizeps trainieren. Win-Win würde ich sagen 😀

Entspannen im Olivenhain

Nach dem wunderschönen Tag im Nationalpark fahren wir weiter die Jadranska Magistrala entlang Richtung Primošten. Hier soll es mitten in den Olivenbergen drei kostenlose Wohnmobilstellplätze geben, die ein Restaurantbesitzer aus dem Ort zur Verfügung stellt. Wenn uns der Platz gefällt, wollen wir dort einen gemütlichen Sonntag verbringen.

Die Anfahrt ist mal wieder abenteuerlich. Die steile, spitze Kurve auf die Straße, die durch die Olivenhaine führt, schaffen wir nicht von unten zu befahren. Also erst einmal drehen und mit Schwung schieben uns die Räder nach oben. Wir entscheiden uns, an den ersten beiden Platzmöglichkeiten vorbeizufahren, was sich als goldrichtig erweist. Denn der dritte Platz ist ein Traum! Wir können bis zur Abbruchkante vorfahren und haben einen fantastischen Blick auf die mit kleinen grünen Inseln gesäumte Küste. Wir genießen den Sonnenuntergang und verkrümeln uns danach schnell ins Wohnmobil. Denn sobald die Sonne untergeht, ist es recht frisch.

Den Sonntag nutzen wir für Entspannung in der Sonne, Blogartikel schreiben und zum ersten Mal Pfannen-Pizza machen. Das hat übrigens sehr gut funktioniert, wird es in Zukunft öfters bei uns geben. Außerdem testen wir – auch zum ersten Mal – unsere Solar-Dusche, um warmes Wasser zum Spülen zu haben. Max baut das Disko-Equiment aus unserem Wohnzimmer aus – der Vorbesitzer hat hier ein weiteres Radio sowie zwei riesige Lautsprecher eingebaut, die wir zu Hause noch ganz cool fanden. Als wir dann aber unterwegs festgestellt haben, wie viel Strom das Musikhören aus unseren Batterien saugt, entschieden wir uns schnell dazu, das unnötige Gewicht loszuwerden. Denn bei so einem schweren Auto zählt jedes Kilo 😉

Das war unsere erste Woche hier in Kroatien. Wenn du uns noch nicht bei Instagram folgst, dann schau dort gerne mal vorbei: @travelama.de

Bis zum nächsten Wochenrückblick und sonnige Grüße, wo auch immer du dich befindest.