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Strom im DIY Campervan

Zu einem autarken Reisemobil gehört natürlich auch eine ausreichende Stromversorgung. Wir sind täglich im Internet unterwegs, laden unsere Laptops, Handys und Kamera-Akkus. Hinzu kommen weitere Stromverbraucher wie eine Dieselheizung, Lichterketten und Co. – alles, was das Reisen mit einem Campervan so komfortabel wie möglich macht.

In diesem Artikel erklären wir dir, welche Komponenten wir in unserem selbstausgebauten Camper Van Freddie 2.0, einen Renault Master, benutzen und wo wir diese verbaut haben.

Die Boardbatterien

Wir benötigen relativ viel Strom an Board unseres Reisemobils, da wir von unterwegs aus arbeiten.
Dabei haben wir uns bewusst gegen die Nutzung von 230V entschieden und lassen die komplette Board-Elektrik über 12V laufen. Die Erklärung für diese Entscheidung folgt am Ende des Kapitels.

Für die Strom-Versorgung nutzen wir die Energie von zwei LiFePo4 PowerXtrem-Akkus mit jeweils 125Ah (laut App verfügt eine sogar über 138Ah) von der Firma Emergoplus. Die Akkus sind mit einem BMS (Batteriemanagement-System) und Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet. Das ist super praktisch, da wir so jederzeit den Ladezustand der beiden Akkus abfragen und kontrollieren können.

Das Laden der beiden Boardbatterien übernimmt ein Ladebooster von Votronic*. Dieser ist mit dem Signal der Lichtmaschine (D+) verbunden und schaltet sich darüber ein. Damit lädt die Lichtmaschine beide Akkus beim Fahren auf. Bei unserem Renault Master Camper Freddie 2.0 ist das D+-Signal der Lichtmaschine leider verbaut. Also haben wir uns das Signal vom Tagfahrlicht genommen, funktioniert super!

Stehen wir mal eine Weile an einem Ort, so laden wir unsere Boardbatterien über zwei Solarpanele von Wattstunde*. Jedes dieser Panele liefert 160 Watt, parallel geschaltet also 320 Watt.
Die gelieferte Energie der beiden Solarpanele und der Ladestrom der Batterien wird über einen Solarladeregler von Votronic* kontrolliert. Auch hier gibt es eine Bluetooth-Schnittstelle. Über die App von Votronic können wir uns den aktuellen Ladestrom der beiden Panele anzeigen und über Wochen auswerten lassen. Besonders interessant ist die Anzeige der Gesamtsumme der erzeugten Energie!

Unser Stromplan

Zu Beginn des Ausbaus mussten wir uns darüber Gedanken machen, an welchen Stellen wir in Freddie 2.0 Strom benötigen werden. Dazu gehörte leider nicht nur die Lage der 12V-Steckdosen* oder der LED-Lampen…das wäre ja einfach. Vielmehr mussten wir uns, bevor wir überhaupt die erste Schraube angefasst haben, einen kompletten Stromplan überlegen. Alle Kabel und die Bohrungen für die Lampen und Kabeldurchführungen sollten nämlich hinter der Wandverkleidung aus Holzpanelen verlaufen – bestenfalls im Kabelkanal oder mit zusätzlichen Drähten, falls doch noch ein Verbraucher nachträglich verbaut werden sollte.
Grundsätzlich wussten wir zwar schon, an welcher Stelle die beiden Boardbatterien, der Ladewandler, Ladebooster und Sicherungskasten verbaut werden sollten. Einen Plan, wo und wie viele Kabel langgelegt werden sollten, hatten wir allerdings zunächst nicht. Und so entstand folgender Stromplan:

Stromplan DIY Camper Van Selbstausbau

In Freddie 2.0 verbrauchen wir mit folgenden Elektrogeräten regelmäßig Energie:

Für unseren Sicherungskasten haben wir uns von den Kollegen aus der Schifffahrt inspirieren lassen. Im Auto werden grundsätzlich diese Stecksicherungen* verwendet. Wenn diese mal auslösen, müssen sie entfernt und ersetzt werden. Bei unserem Sicherungskasten aus der Schifffahrt ist das nicht der Fall! Genauso, wie daheim, kippt der Schalter der jeweiligen Sicherung um, sobald diese auslöst. So sehen wir direkt, welcher Verbraucher Probleme macht, kontrollieren ihn und können anschließend den Schalter einfach wieder umlegen.

Und warum nur 12V im DIY Campervan?

Die Grund-Idee dahinter ist, möglichst wenig Strom unnötig zu verbrauchen, um möglichst lange frei und autark stehen zu können.
Es wäre sicherlich kein Problem, einen guten Sinus-Wechselrichter nachzurüsten und richtige Steckdosen zu verbauen. Aber macht es Sinn, Strom umzuwandeln, um ihn dann wieder für unsere Hauptverbraucher (Laptop und Handy) zurück zu wandeln? Bei der Umwandlung verbraucht man sinnlos jede Menge Strom.

Heutzutage gibt es für fast jedes elektronische Gerät einen 12V-Adapter*. Kleine Geräte lassen sich fast immer über USB laden. Also wozu der Quatsch? Eine Kaffemaschine lässt sich durch einen Espressokocher auf dem Gaskocher ersetzen, genauso wie heißes oder warmes Wasser. Und da wir keinen Fernseher, keine Satelitenschüsseln oder Tiefkühltruhen mitführen (wollen), haben wir 230V gänzlich abgesehen.

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