Vegan

Unsere vegane Reise

Wir wollen dir mit diesem Artikel erzählen, wie wir zur veganen Ernährung gekommen sind. Du wirst sehen, dass es auch bei uns ein Prozess war, der mehrere Anläufe gebraucht hat.

Denn Verhalten zu ändern, klappt meistens nicht von heute auf morgen – und das muss es auch gar nicht, denn wie das ganze Leben ist auch dieser Abschnitt eine Reise, den man genießen und sich keinen Druck machen sollte.

Vielleicht steckst du aktuell in der Situation, dass du dich gerne vegan ernähren möchtest. Aber „Rückschläge“ verunsichern dich und lassen dich von deinem Ziel abkommen. Lass dir gesagt sein: Du bist damit nicht alleine.

Wie wir vegan essen und leben

Seit Dezember 2019 ernähren wir uns zu, ich würde schätzen, 95% vegan, und achten auch in anderen Bereichen darauf, ob die Produkte mit Tierleid in Verbindung stehen.

  • Wir essen kein Fleisch, keinen Fisch, keine Milchprodukte und keinen Honig.
  • Wir kaufen keine neue Kleidung oder andere Textilien, die aus tierischen Produkten hergestellt sind, z.B. Wolle, Leder, Pelz oder auch Daunen. Natürlich haben wir noch solche Kleidungsstücke im Schrank. Diese schmeißen wir jetzt aber nicht einfach so weg.
  • Wir achten darauf, keine Kosmetikprodukte zu kaufen, die an Tieren getestet wurden oder tierische Inhaltsstoffe haben.
  • Und auch sonst achten wir andere Lebewesen und saugen z.B. keine Spinnen im Haus mit dem Staubsauger weg oder zerquetschen Käfer, die sich ins Haus verirrt haben.

Was ist mit den restlichen 5%, die wir nicht vegan essen? Ich denke, dass wir unbewusst doch noch das ein oder andere nicht-vegane Produkt verzehren. Letztens haben wir z.B. zufällig beim Bäcker entdeckt, dass das Brot, das wir normalerweise gekauft hätten, Honig im Backferment als Zutat hat. Das war mir vorher nicht bewusst.

Auch bei Weinen können tierische Produkte im Herstellungsprozess zum Einsatz kommen. Da achten wir nicht streng drauf. Denn es gibt mit Sicherheit zahlreiche Weine, die zwar vegan sind, aber keine entsprechenden Hinweis auf der Flasche habe. Um wirklich sicher zu gehen, müsste man bei den Weinkellerei nachfragen, was wir aktuell nicht tun.

Der erste Anlauf: Attila und Süßkartoffel-Auberginen-Türmchen

Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen.

Thomas Alva Edison

Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrmals mit der veganen Ernährung begonnen – und es auch wieder abgebrochen.

Das erste Mal war 2013, als wir noch in Köln gewohnt haben. Damals waren die Gründe eher Lifestyle geprägt – ich fand es hipp, alternativ und wollte es ausprobieren. Zusammen mit den Kochbüchern von Attila Hildmann* haben wir uns in das Abenteuer gestürzt. Es hat uns geschmeckt, gut getan und insgesamt gefallen. Allerdings war die Motivation dahinter nicht wirklich fest verankert und wenn es schwierig wurde, z.B. als Gast bei Familie/ Freunden oder im Restaurant, hatten wir kein Durchhaltevermögen. Und viele Rezepte von Attila Hiltmann waren für unseren Geschmack zu aufwendig und beinhalteten zu viel Agavendicksaft. Und so gingen wir wieder über zur Mischkost.

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Der zweite Anlauf: Auf dem Weg zu Erleuchtung

Den nächsten Versuch startete ich alleine, inspiriert durch die Yogalehrer-Ausbildung, die ich Anfang 2019 begonnen habe (nicht zu Ende gebracht). Denn zu der Yoga Philosophie, in der ich gelernt habe, gehört auch die vegane Ernährung, und zwar aus verschiedenen Gründen: Prinzip der Gewaltlosigkeit (ahimsa genannt), Reinheit des Geistes, Gesundheit.

Aber wie sagt man so schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich hatte aber niemanden in der Familie, der mein “Leid” des Verzichts mit mir geteilt hat. Und so war auch dieser Versuch, auf eine vegane Ernährung umzusteigen, nicht von Dauer.

ahimsa deutsch

Der dritte Anlauf: Verzicht für die Umwelt

Den nächsten Versuch starteten wir wieder gemeinsam, und zwar im Sommer 2019. Im Urlaub an der schönen Mosel mit unserem Reisemobil Freddie 1.0 haben wir den Film “Cowspiracy” auf Netflix geschaut. Der Film hat uns einen neuen Aspekt der veganen Ernährung aufzeigt, nämlich den Umwelteinfluss. Da wird einem echt anders, wenn man mal sieht, welchen Einfluss die intensive Tierhaltung auf die Umwelt hat. Das hat uns wieder dazu inspiriert, auf unsere tägliche Essenswahl zu achten – zumindest für eine gewisse Zeit. Aber der Sommer, die Grillzeit und unser Besuch bei einem Freund, der selber Tiere für Fleisch hält, haben uns auch beim dritten Anlauf nach kurzer Zeit schwach werden lassen, weil der Wille immer noch nicht zu 100% da war. Und so haben sich Käse, Fleisch und Wurst wieder auf unseren Speiseplan geschlichen.

watching cowspiracy on laptop with sea view

Der finale Anlauf: Changing the Game

Der Anstoß für den letzten Wandel kam im Dezember 2019. Wir hatten von meinem Bruder vom Film “Game Changers” gehört und uns den angeschaut. Hier wurde wieder ein anderer Aspekt der veganen Ernährung beleuchtet: Die eigene Gesundheit. Klar, es ist ein Film, keine wissenschaftliche Ausarbeitung. Ob die ganzen als “Fakten” dargestellten Aussagen wirklich korrekt sind, sei mal dahin gestellt.

Der Film hat uns auf jeden Fall inspiriert, unsere Ernährung mal wieder zu hinterfragen. Seitdem beschäftigen wir uns viel mehr mit dem Thema. Informieren uns regelmäßig bei Organisationen, die sich für den Tierschutz einsetzen, z.B. bei Animal Equality oder bei der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Schauen Videos von Niko Rittenau, der wissenschaftlich und evidenz-basiert über die gesundheitlichen Auswirkungen der veganen, vollwertigen Ernährung berichtet.

watching game changers on laptop outside

Dadurch, dass wir uns täglich mit der veganen Ernährung beschäftigen, fällt es uns viel leichter, Produkte mit tierischen Zutaten abzulehnen. Denn wir haben direkt vor Augen, welches unnötige Tierleid damit in Verbindung steht.

Weil mich die vegane Ernährung so begeistert und ich auch anderen dabei helfen möchte, sich vegan und vor allem vegan-gesund zu ernähren, bilde ich mich aktuell zur veganen Ernährungsberaterin bei ecodemy* weiter.

Verhalten zu ändern ist eine Reise

Wir haben also insgesamt 4 Anläufe gebraucht, um wirklich intrinsisch motiviert täglich die für uns richtigen Ernährungsentscheidungen zu treffen. Verhalten zu ändern ist ein Prozess. Das macht man in der Regel nicht von heute auf morgen. Es gibt Aufs und Abs und auch jetzt sind wir nicht am Ziel. Denn wie würde das Ziel lauten? “4 Monate vegan leben?” Wir sind am Ziel, wenn wir am Ende unseres Lebens zurückschauen und sagen können: “Wir haben unser bestes getan, dass durch unser Dasein auf dieser Erde möglichst wenig Leid für Tiere, Natur und Mensch entstanden ist.”

ernährungsumstellung vegan

Ich wünsche mir, dass dich dieser Artikel inspiriert, dran zu bleiben, wenn du dich gerne vegan ernähren möchtest. Schreib uns gerne in die Kommentare, wie deine vegane Geschichte aussieht.

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